Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten)

Wir sind evangelisch, weil wir das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus und der Liebe Gottes, allen Menschen in Wort und Tat weitergeben wollen. Die Bibel ist Grundlage unseres Glaubens und verbindliche Richtschnur für unser Leben.

Wir sind freikirchlich, weil wir für die freie persönliche Glaubensentscheidung des Einzelnen eintreten und weil wir als Gemeinde gegenüber dem Staat und anderen Institutionen unabhängig sind. Wir erheben keine Kirchensteuern. Wir finanzieren unsere Arbeit durch Spenden und Mitgliederbeiträge. Das Prinzip der Freiwilligkeit gilt in Bezug auf die Gemeindezugehörigkeit, die Mitarbeit und die Finanzen.

Wir bilden eine Gemeinde, weil wir als Christen nicht alleine leben können, sondern aufeinander angewiesen sind. Durch das gemeinsame Gespräch und Hören auf Gottes Wort, durch das Gebet miteinander und die gegenseitige Anteilnahme und Hilfe ermutigen wir uns zum Leben als Christen im Alltag.

Als Baptisten taufen wir nur solche Menschen, die sich öffentlich zu Jesus Christus bekennen und die zu einem verbindlichen Christsein bereit sind.


„Zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen“ (Wahlspruch von Johann Gerhard Oncken, dem Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden)

Wir wollen Gemeinden sein, die zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen dienen, Gemeinden, in denen die Liebe Gottes für Menschen erfahrbar wird.


Der Baptismus ist eine kongregationalistische Gemeindebewegung. Das bedeutet, dass die Gemeinden selbständig (autonom) sind. Sie bilden freikirchliche Gemeindebünde, in die alle Gemeinden Delegierte entsenden.

Die Baptistengemeinden im Großraum Stuttgart gehören zum „Stuttgarter Kreis“ im  Landesverband Baden-Württemberg des  Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (BEFG). Der „Bund“ wiederum gehört zur  Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und zum  Baptistischen Weltbund (BWA).

In Deutschland ist der BEFG Mitglied in der  Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), in der  Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und in der  Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Eine Besonderheit in Deutschland ist, dass der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, 1942 unter dem Druck der politischen Verhältnisse gegründet, ein Bund von Gemeinden unterschiedlicher freikirchlicher Traditionen ist (insbesondere Baptisten- und Brüdergemeinden, ursprünglich auch Elim-Gemeinden). Im Großraum Stuttgart gehören dem BEFG heute allerdings ausschließlich Baptistengemeinden an. Die  Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde Stuttgart), die 1843 gegründet wurde, gehörte dem BEFG von 1942 bis 1945 an, trat jedoch nach 1945 wieder aus.


Statistik

Zu den Baptistengemeinden im Großraum Stuttgart (ohne die IBC) gehören 1.245 getaufte Mitglieder (Stand 31.12.2016).

Die Gottesdienste wurden durchschnittlich von 1.031 Personen besucht (ohne die Besucher der Gottesdienste für fremdsprachige Mitbürger).

Hinzu kommen gut 700 Personen, die sich zur IBC halten.


Gottesdienste für fremdsprachige Mitbürger

Englisch: IBC Stuttgart-Vahingen, Friedenskirche Sindelfingen

Koreanisch: Friedenskirche Sindelfingen

Persisch/Farsi: Kreuzkirche Böblingen

Russisch: Christuskirche Stuttgart-Feuerbach

Tamil: Martin-Luther-King-Kirche Stuttgart-Zuffenhausen (Living Word Missionary Church)

Türkisch: Friedenskirche Sindelfingen


Geschichtliche Daten zu den Baptistengemeinden im Großraum Stuttgart

In Stuttgart gibt es seit dem 16. Oktober 1838 Baptistengemeinden, ursprünglich als „Evangelisch getaufte Gemeinde Jesu Christi“. Die Gemeindegründung geht auf Johann Gerhard Oncken zurück, der 1834 in Hamburg die erste Baptistengemeinde in Deutschland gegründet hatte.

1847 kommt es zu einem Streit zwischen Oncken und dem Gemeindeleiter in Stuttgart, C.A.Schaufler, so dass die Stuttgarter Gemeinde 1849 nicht dem von Oncken geleiteten „Bund der vereinigten Gemeinden getaufter Christen in Deutschland und Dänemark“ beitritt, sondern mit anderen Gemeinden einen Württembergischen Gemeindebund bildet, die sogenannten Schauflerschen Baptisten. Die heutige Gemeinde Stuttgart-Feuerbach, 1858 gegründet, gehörte bis 1929 zu diesem Gemeindebund.

Am 20. April 1863 wird eine Baptistengemeinde in Stuttgart gegründet, die zu Onckens Bund der Baptisten gehört, die heutige Bethelkirche in Stuttgart-West (Forststraße).

1896 wird von Stuttgart aus die Stationsgemeinde Ludwigsburg gegründet, 1929 die Stationsgemeinde Sindelfingen (die auch Böblingen im Blick hat).

Am 19. Mai 1929 schließen sich die Schauflerschen Baptistengemeinden und die württembergischen Gemeinden, die dem Bund der Baptisten angehören, zusammen. Die Gemeinde Feuerbach wird so Stationsgemeinde von Stuttgart.

1932 wird die Stationsgemeinde Zuffenhausen gegründet.

1945 entsteht eine Stationsgemeinde in Bissingen, die von Ludwigsburg aus betreut wird.

1962 wird die International Baptist Church in Stuttgart-Vahingen (IBC) gegründet, 2008 schließlich die Gemeinde Stuttgart-Lauchhau-Lauchäcker.

Die frühere Stationsgemeinde in Ludwigsburg ist seit 1952 selbständig (als Gemeinde Ludwigsburg-Bissingen), Zuffenhausen seit 1958, Sindelfingen seit 1959, Bietigheim-Bissingen seit 1976, Feuerbach seit 1987 und Böblingen seit 1991. Lauchhau-Lauchäcker ist ein anerkannten Gemeindegründungsprojekt im BEFG, die IBC, vorher mit dem BEFG assoziiert, gehört seit 2017 als selbständige Gemeinde dem BEFG an.


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